Die Ausbildung im biologisch-dynamischen Landbau fördert die UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung

Die Vereinten Nationen haben 17 Ziele  für nachhaltige Entwicklung in Kraft gesetzt, die „Sustainable Development Goals“.  Damit sind soziale, ökologische und ökonomische Dimensionen von Nachhaltigkeit beschrieben, als politische Rahmenbedingungen für die Entwicklung bis 2030. Wesentliche Themen sind Gerechtigkeit und Chancengleichheit, eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sowie „well-being“ – ein gesundes und glückliches Leben überall auf der Welt. Die Ausbildung im biologisch-dynamischen Landbau unterstützt die Umsetzung dieser Ziele auf umfassende Weise.

 

Bildung für Nachhaltigkeit von Anfang an:

Die Ausbildung im biologisch-dynamischen Landbau wird an unterschiedlichen Stellen in Deutschland von verschiedenen eigenständigen Bildungsträgern angeboten. Sie folgt einem gemeinsam erarbeiteten Bildungskonzept und Grundverständnis.

 

Seit ihrer Gründung im Jahr 1983 – und damit lange bevor der Begriff der Nachhaltigkeit geläufig wurde -  verfolgt die Ausbildung die Ziele der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit. Von Anfang an geht es uns im Kern um:

 

·        Ökologische Nachhaltigkeit durch die Verbreitung von Kenntnissen und Fertigkeiten für eine konsequent ökologische Landnutzung und handwerkliche Lebensmittelerzeugung.

·        Ökonomische Nachhaltigkeit durch die Verbreitung von Wissen über alternative Wirtschaftsformen, solidarische Landwirtschaftsmodelle und regionale Wirtschaftskreisläufe.

·        Soziale Nachhaltigkeit durch Unterrichtsmethoden, die die sozialen Kompetenzn der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fördert sowie durch die Vermittlung von Kenntnissen in Recht, Wirtschaft und Unternehmenskultur.

 

Im Einzelnen lässt sich unserer Ausbildungsarbeit anhand der Nachhaltigkeitsziele darstellen.

 

 

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Viele Ausbildungsbetriebe auf denen die jungen Menschen aus unserem Netzwerk arbeiten bieten das Konzept der solidarischen Landwirtschaft an, welches beispielhaft Brücken zwischen den Einkommensschichten baut. Es ermöglicht die Teilhabe und den Zugang zu Ressourcen. Es schafft durch sein solidarisches Wirtschaftskonzept direkte Begegnungspunkte für Menschen mit unterschiedlichen finanziellen Ausstattungen und stärkt die Resilienz der Gesellschaft insgesamt.

 

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Die jungen Auszubildenden werden dazu befähigt, die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise praktisch umzusetzen. Dies ist eine Wirtschaftsweise die sich an der Kreislaufwirtschaft orientiert und dadurch nachweislich unabhängiger von Futtermittelzukauf aus anderen Ländern ist, wodurch dort mehr für die eigene Versorgung zur Verfügung steht.

 

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Die in der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise produzierten Lebensmittel sind frei von chemischen Pestiziden und daher nicht rückstandsbelastet. Außerdem trägt die Kreislaufwirtschaft zu einem ausgeglichenen und gesunden Ökosystem bei. Unsere Ausbildung vermittelt jungen Menschen die Fähigkeit, Höfe in dieser Weise zu bewirtschaften und ihr Leben einer sinnstiftenden, handwerklichen Tätigkeit zu widmen.

 

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Die Ausbildung ist sehr praktisch und an den auszubildenden Menschen orientiert. Fachliches Wissen wird theoretisch und mit hohem praktischen Bezug von lokalen Landwirten und Gärtnern gelehrt. Soziales Lernen wird gezielt berücksichtigt und gefördert. Unsere Ausbildung ist mit dieser Praxisnähe und Orientierung am Menschen ein Beispiel für eine moderne Fachausbildung.

 

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Der achtsame Umgang miteinander ist eine wesentliche Grundlage der Ausbildung im biologisch-dynamischen Landbau. Anders als in vielen anderen produktions-technischen Ausbildungen, erreichen wir seit Jahren gleichviele weibliche Teilnehmerinnen wie männliche Teilnehmer. Damit fördern wir Frauen als künftige Betriebsleiterinnen.

 

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Der Verzicht auf chemische Pestizide und künstliche Düngemittel trägt nachweislich zur Erhaltung eines sauberen Trinkwassers bei. Viele der ausbildenden Betriebe nutzen Komposttoiletten sowie eigene Pflanzenkläranlagen oder sammeln und nutzen das Regenwasser für Ihre sanitären Einrichtungen.

 

http://www.europa.steiermark.at/cms/bilder/685852/80/150/150/7bddf6e4/SDG_07.jpg?as_is=J

 

Bio-dynamische Höfe sind Vorreiter für bezahlbare und saubere Energien. Hier wurden die ersten Windkraftanlagen im Land aufgestellt, auch die ersten Holzhackschnitzelanlagen wurden hier eingesetzt. Durch die Nutzung von Holz, Wind- und Sonnenenergie produzieren zahlreiche Höfe die Energie, die sie auch benötigen. Nachhaltige Energiewirtschaft ist ein elementarer Bestandteil der Ausbildung.

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Immer mehr junge Menschen aus der Stadt streben ein aktives Landleben an. Diesen jungen Menschen bieten wir eine fundierte Ausbildung, um den Beruf der Landwirtin und des Landwirtes zu ergreifen. Die Nachfrage nach ökologisch produzierten Produkten steigt nach wie vor und je mehr junge Menschen den Beruf als biodynamische Landwirtinnen und Landwirte ergreifen, desto besser kann die Nachfrage auch regional gedeckt werden.

 

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Unsere Ausbildung vermittelt die Fähigkeiten, eine widerstandsfähige Infrastruktur aufzubauen. Wir verstehen uns als Innovationszentrum für gesellschaftliche und landwirtschaftliche Strukturänderungen. In regelmäßigen Technik- und Schweißerkursen lernen die Auszubildenden selbstständig neue und angepasste Agrartechnik zu entwickeln. Im Wirtschaftsunterricht lernen sie, nachhaltige und tragfähige Vermarktungswege zu entwickeln.

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In den Seminaren der biodynamischen Ausbildung begegnen sich die jungen Menschen zur fachlichen Weiterbildung. Hier treffen sich Menschen mit den unterschiedlichsten Bildungshintergründen. Gemeinsam arbeiten sie an Ideen für einen nachhaltigen Umgang mit der Erde. Dadurch tragen wir zum sozialen Frieden und zur Verringerung der Ungleichheit bei.

 

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Unsere Ausbildung hilft, regionale Nahrungsmittelkreisläufe zu schließen. Menschen lernen in kleinen und mittleren Strukturen Lebensmittel herzustellen und direkt ab Hof, auf Wochenmärkten und in regionale Verarbeitungsstrukturen zu vermarkten. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag zu einem nachhaltigen Lebensstil auch vor Ort in den Städten und Gemeinden.

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Biolebensmittel sind nachweislich umweltschonender und gesundheitsfördernder als konventionelle Produkte. Sie sparen Energie, fördern Biodiversität und vermeiden chemische Rückstände. Damit leistet die Ausbildung einen entscheidenden Beitrag zu nachhaltigem Konsum und Produktion.

 

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Die Auszubildenden lernen während Ihrer Ausbildung viele Maßnahmen zum Klimaschutz wie z.B. durch schonende Bodenbearbeitung und das Anlegen von Hecken. Diese liefern einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und zum Klimaschutz. Die Nutzung regenerativer Energien, die Kreislaufwirtschaft und die damit verbundenen effizienten und nachhaltigen Produktionssysteme tragen ebenfalls zum Klimaschutz bei.

 

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Die Ausbildung hat das Ziel junge Menschen zu befähigen mit Ressourcen schonend und wertschätzend umzugehen. Mit dem Verzicht auch Pestizide und künstliche Düngemittel wird die Sauberkeit der Flüsse und damit das Leben unter Wasser nachhaltig geschützt. Der positive Beitrag des Ökolandbaus zum Zustand der Ostsee wurde wissenschaftlich vielfach beschrieben.

 

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Landwirtschaft zählt zu den Hauptverursachern beim Rückgang der Artenvielfalt. Biologisch-dynamische Landwirtschaft fördert die Biodiversität durch den Verzicht auf Pestizide, das Anlegen von Hecken und einer hohen Vielfalt an Kulturpflanzen und Tieren. Dadurch fördert unsere Ausbildung die Vielfalt des Lebens an Land.

 

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Die Ausbildung im biologisch-dynamischen Landbau setzt sich für Frieden und Gerechtigkeit ein. In Kursen der gewaltfreien Kommunikation lerne die Teilnehmer Konflikte friedlich und zielorientiert zu lösen. Durch die Förderung nachhaltiger lokaler Lebensmittelversorgung wird die Nahrungssouveränität der Menschen vergrößert und damit Konfliktpotential vermieden.

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Die Ausbildung im biologisch-dynamischen ist offen für Partnerschaften zur Erreichung der genannten Ziele. Sie ist eng mit regionalen Bildungsinitiativen und anderen Bildungsträgern mit Fokus auf die ökologische Landwirtschaft. Wir sind Kooperationspartner von Trägern für das „Freiwillige Ökologische Jahr“ und von Umweltbildungsstätten, die im Wesentlichen dieselben Ziele verfolgen.

 

Stand: April 2019

 

Die Ausbildungen im biologisch-dynamischen Landbau werden angeboten von drei Trägervereinen in Nord- Ost- und Westdeutschland. Nähere Informationen unter: http://www.freie-ausbildung.de

 

 

Die Ausbildung im biologisch-dynamischen Landbau wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und Landesmitteln in den jeweiligen Regionen.